Migräne: Alles zu Ursachen und Entstehung

Was passiert eigentlich bei Migräne? Welche Ursachen sind für ihre Entstehung verantwortlich? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen wohl die meisten Migräniker. Und nicht nur die körperlichen Gegebenheiten, die eine Migräne bedingen, sind entscheidend: Betroffene sollten vor allem auch die individuellen, akuten Auslöser ihrer Migräne kennen. Denn nur wer sich intensiv mit der Erkrankung beschäftigt, kann ihr auch wirkungsvoll entgegentreten.

Was zu den Ursachen der Migräne bekannt ist

Eines vorneweg: Die genauen Ursachen der Migräne sind immer noch nicht abschließend geklärt – dazu ist die Erkrankung zu komplex. Im Lauf der Jahre entwickelten Forscher immer wieder neue Theorien zur Entstehung von Migräne. Mit fortschreitendem Stand der Wissenschaft hielten viele dieser Erklärungsansätze einer erneuten Prüfung jedoch nicht stand.

Aktuell gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Ursache in wiederkehrenden Störungen der Schmerzregulation im Gehirn liegt. Was passiert also bei Migräne im Kopf? Faktoren wie eine erbliche Veranlagung beeinflussen bestimmte Zellen im sogenannten Hirnstamm. Im Rahmen eines Migräne-Anfalls entwickeln diese Zellen eine Überempfindlichkeit, die nicht zwangsläufig lokal begrenzt bleibt, sondern sich auch auf den Nervus trigeminus ausbreiten kann. Dieser Nerv durchzieht weite Teile des Schädels – und liegt in direkter Nähe zu allen Blutgefäßen im Gehirn.

Ist der Nervus trigeminus bei Migräne gereizt, zieht das zum einen fälschlicherweise entstandene Schmerzsignale nach sich und zum anderen die Ausschüttung von Botenstoffen, die unter anderem die Blutgefäße weiten und für Entzündungsreaktionen sorgen. In der Folge entstehen die typischen Migräne-Symptome. Die Ursache der Migräne ist laut aktueller Theorie also eine angeborene Besonderheit der Reizverarbeitung im Gehirn der Betroffenen.

Die akuten Migräne-Auslöser erkennen

Zwar sind die Ursachen der Migräne-Erkrankung noch nicht zweifelsfrei bewiesen, die möglichen Auslöser eines Migräne-Anfalls sind allerdings durchaus bekannt. Diese sogenannten Trigger können eine Kettenreaktion in Bewegung setzen, an deren Ende pulsierende Kopfschmerzen, Übelkeit und weitere Beschwerden stehen.

Dabei wiegt nicht jeder Trigger bei jedem Migräne-Patienten gleich schwer – auf welchen Auslöser ein Betroffener reagiert, ist individuell sehr verschieden und kann sich auch im Verlauf der Erkrankung abwandeln. Infrage kommen Faktoren wie:

  • Änderungen im gewohnten Tagesrhythmus (zum Beispiel andere Aufsteh- oder Zubettgehzeiten oder aber auch ausgefallene Mahlzeiten)
  • Stress
  • Schwankungen im Hormonhaushalt (wie sie unter anderem im Verlauf des weiblichen Monatszyklus vorkommen)
  • Lärm
  • Temperaturveränderungen oder andere Wettereinflüsse
  • bestimmte Lebensmittel (beispielsweise Rotwein oder Bananen)

Sie sind sich noch unsicher, ob Stress, ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus oder vielleicht die Ernährung die Ursache für Ihre Migräne-Attacken sein könnte? Damit stehen Sie nicht allein da – vielen Patienten geht es ähnlich. Doch die Auslöser der Migräne müssen nicht unentdeckt bleiben: Mit einem Migräne-Tagebuch ist den negativen Einflüssen gut auf die Schliche zu kommen.

Notieren Sie am besten jedes Mal, wenn sich die Symptome äußern, wie stark die Schmerzen und Begleiterscheinungen sind, wann es genau dazu gekommen ist und was sich im Vorfeld ereignet hat. Über einen längeren Zeitraum lassen sich so gute Rückschlüsse darauf ziehen, was in Ihrem Fall die Migräne triggern kann. Nehmen Sie diese Ergebnisse auch mit zum Arzt: Er kann Ihre Behandlung entsprechend anpassen und wertvolle Tipps geben, wie Sie mit der Erkrankung umgehen können.