Anzeichen Schlaganfall: So erkennen Sie den Hirninfarkt

Kommt es zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn, hat dies eine Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen zur Folge. Dies führt zu einem Ausfall bestimmter Gehirnfunktionen: Ein Schlaganfall macht sich daher durch bestimmte Anzeichen bemerkbar.

Die Anzeichen eines Schlaganfalls

Unabhängig davon, ob der Schlaganfall aufgrund einer Hirnblutung (Hämorrhagie) oder eines Hirninfarktes (Ischämie) entstanden ist – eine ausreichende Versorgung mit Nähr- und Sauerstoff ist in beiden Fällen nicht mehr gewährleistet.

In Folge der Mangeldurchblutung des Gehirns kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Seh-,Sprach- und Verständnisstörungen
  • Einseitige Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Starker, schlagartig einsetzender Kopfschmerz

Bitte beachten Sie, dass beim Schlaganfall alle Symptome einzeln, aber auch in Kombination sowie in unterschiedlicher Intensität auftreten können.

Seh- und Sprachstörungen

Mögliche Vorboten eines Schlaganfalls können Seh- und Sprachstörungen sein. Bei Ersteren kommt es plötzlich zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes, beispielsweise können Betroffene ihre Mitmenschen auf der rechten Seite nicht mehr wahrnehmen. Treten Doppelbilder auf, haben sie unter anderem Probleme beim Greifen von Gegenständen, da sie diese überlappend sehen. Ebenso ist einseitiges Erblinden oder verschwommenes Sehen möglich.

Bei einer Sprachstörung (motorische Aphasie) treten Schwierigkeiten beim Sprechen auf. Zum einen können sich Betroffene nicht mehr richtig ausdrücken, sie stottern oder bilden zusammenhanglose Sätze. Sie verdrehen Silben oder verwenden falsche Buchstaben. Zum anderen kann es zu Verständnisproblemen kommen. Das heißt, Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt. Häufig gehen Sprachstörungen mit einer Lähmung der rechten Körperseite einher. Der Grund: Kommt es zu einem Infarkt in der linken Hirnhälfte, ist oft das dort befindliche Sprachzentrum betroffen. Ein Schlaganfall in der rechten Hirnhälfte führt zu linksseitiger Lähmung   – sprich jede Gehirnhälfte steuert die Bewegungen der jeweils gegenüberliegenden Körperseite.

Lähmungserscheinungen

Einen Schlaganfall können Außenstehende ebenso daran erkennen, dass plötzlich eine halbseitige Lähmung (Hemiparese) auftritt. Der Schlaganfall macht sich auf einer Körperseite durch die Lähmung eines Muskels oder einer Muskelgruppe bemerkbar – meist sind Arme, Beine oder eine Gesichtshälfte betroffen; ein typisches Anzeichen für den Schlaganfall ist ein herabhängender Mundwinkel.

Ebenso ist ein Taubheitsgefühl möglich: Die Betroffenen nehmen Berührungen an bestimmten Körperregionen nicht mehr wahr. Ähnlich wie bei einem eingeschlafenen Fuß äußert sich dies durch ein pelziges Gefühl. Häufig ist das an Armen, Händen oder im Gesicht zu beobachten.

Rauchen, Alkohol & Co. – wer die Gefahrenfaktoren kennt und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreift, kann sein Risiko senken.

Schwindel und Gleichgewichtsverlust

Ein anderer typischer Vorbote eines Schlaganfalls ist das unerwartete Auftreten von Schwindel. Dieser wird unterschiedlich wahrgenommen, zum Beispiel als

  • Drehschwindel (Karussell-Fahrt),
  • Schwankschwindel (Wellengang auf Schiff) oder
  • dem Gefühl, als würde man mit einem Aufzug fahren.

Damit geht in der Regel eine Unsicherheit beim Gehen sowie Schwierigkeiten bei der Koordination einher.

Starker Kopfschmerz

Die Mangeldurchblutung des Gehirns kann ebenfalls zu heftigen Kopfschmerzen führen. Die Symptome ähneln einer Migräne, allerdings tritt der Kopfschmerz bei einem Schlaganfall sehr plötzlich auf. Häufig sind damit weitere Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen verbunden.

Warnsignale ernst nehmen: Das sollten Sie im Notfall tun

Umgehend aktiv werden: Bei einem akuten Schlaganfall kann jede Minute über Leben oder Tod entscheiden. Daher müssen Sie unbedingt schnell handeln. Rufen Sie sofort mit der EU-einheitlichen Notrufnummer 112 den Notarzt und fahren Sie nicht eigenständig zum Hausarzt. Der Notarzt und eine Behandlung im Krankenhaus bieten dem Betroffenen bessere Überlebenschancen. Das beste Ergebnis bringt eine Behandlung innerhalb der ersten Stunde! Daher: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notarzt rufen.

Um das Risiko zu senken, ist ein gesunder Lebensstil ein erster Schritt. 

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