Tröpfcheninfektion und Co.: Wie bei Erkältung die Ansteckung abläuft

Eine Erkältung ist ansteckend, keine Frage – und besonders in den kühlen Herbst- und Wintermonaten hat sie leichtes Spiel. Dann sind bei vielen Menschen die Abwehrkräfte geschwächt und Schmier- sowie Tröpfcheninfektion machen es den Erregern einfach, sich neue Opfer zu suchen. Doch wie genau läuft die Ansteckung bei Erkältung ab? Und wie lange ist man selbst bei Erkältung ansteckend?

Übertragungswege der Erkältung: Tröpfcheninfektion und Kontaktinfektion

Haben die Erreger ihr Ziel erreicht – nämlich die Schleimhäute im Bereich von Nase und Rachen – breiten sie sich in den oberen Atemwegen aus und programmieren alle befallenen Zellen so um, dass auch sie die entsprechenden Viren herstellen. Das gelingt ihnen allerdings nicht lange: Die Ansteckung mit einer Erkältung ruft das Immunsystem auf den Plan, das die Erreger anschließend mit aller Kraft bekämpft. Der Betroffene bekommt von diesem inneren Kampf „nur“ die typischen Erkältungsbeschwerden mit:

Bis zu vier Mal im Jahr kann es bei Erwachsenen durchschnittlich zu einer Erkältung kommen. Doch wie gelangen die auslösenden Viren überhaupt an unsere Schleimhäute?

Die beiden Schlüsselbegriffe bei der Ansteckung mit einer Erkältung lauten Tröpfcheninfektion und Kontaktinfektion. Im Fall der Tröpfcheninfektion kommt den Erregern ihre winzige Größe und ihr verschwindend geringes Gewicht zu Gute: Sie sind so klein, dass sie von Speichel-Tröpfchen umschlossen die Atemwege verlassen können. Hustet, niest oder spricht der Erkrankte nun, verteilen sich die Viren gemeinsam mit der Feuchtigkeit in der Luft – und werden von anderen Menschen eingeatmet. Bei der Kontaktinfektion spielen dagegen Berührungen eine Rolle: Natürlicherweise befinden sich durch Husten und Niesen Erreger auf den Händen eines Erkrankten; berührt er Gegenstände oder andere Menschen, gibt er die Erreger durch diesen Kontakt weiter. Besonders häufig werden in diesem Zusammenhang vor allem Handys, Computertastaturen, Türklinken und Co. zu Übertragern der Viren.

Wie lange ist man bei Erkältung ansteckend?

Wie lange die Übertragung einer Erkältung möglich ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich – und hängt zum Beispiel auch von der Stärke der Symptome beim Erkrankten ab. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Ab dem Zeitpunkt, an dem der Betroffene die Beschwerden der Erkältung zu spüren bekommt, ist er auch ansteckend. In der Regel ist das ab dem zweiten Tag nach Übertragung der Erreger der Fall. Lässt dann nach ein paar Tagen die Beeinträchtigung durch die Erkrankung wieder nach, sinkt auch die Gefahr einer Ansteckung. Am höchsten ist sie etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten der ersten Symptome.

Ist bei einer Erkältung auch das Küssen ansteckend?

Bei kaum einem anderen möglichen Ansteckungsfaktor gehen die Meinungen so weit auseinander wie beim Küssen. Sind Betroffene einer Erkältung beim Küssen nun ansteckend oder nicht? Die Antwort lautet: ja und nein. Schafft es der Erkrankte, beim Küssen den Mund geschlossen zu halten, mit seiner laufenden Nase nicht die gesunde Nase seines Partners zu berühren und gleichzeitig seine – höchstwahrscheinlich kontaminierten – Hände bei sich zu behalten, ist die Gefahr einer Ansteckung verhältnismäßig gering. In allen anderen Fällen gilt: Auch beim Küssen kann man sich mit einer Erkältung anstecken.

Die Ansteckung mit einer Erkältung vermeiden

Um die Gefahr einer Übertragung der Erkältung möglichst gering zu halten, können Sie einige einfache Tipps und Tricks berücksichtigen:

  • häufig gründlich und mit Seife die Hände waschen
  • Händeschütteln in typischen Erkältungszeiten möglichst vermeiden
  • sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen, um das Immunsystem zu stärken
  • auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung achten
  • häufig von anderen Menschen berührte Gegenstände nur dann direkt anfassen, wenn es wirklich sein muss (zum Beispiel Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln)

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen klappt es manchmal trotzdem nicht, eine Ansteckung mit Erkältung zu vermeiden. Hat es auch Sie erwischt, kurieren Sie sich gut aus – und beachten Sie unsere Tipps zur Behandlung.