Kopfschmerzen durch das Wetter: Geht das?

Gestern noch strahlender Sonnenschein, heute der Temperatursturz – begleitet von Schauern und Gewittern: Für viele Menschen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, ist ein solcher Umschwung des Wetters bereits Tage vorher ein Warnsignal. Auftretende Beschwerden führen sie unter anderem auf ihn zurück. Doch liegen sie damit richtig? Können Kopfschmerzen tatsächlich mit Wetterfühligkeit zusammenhängen?

Wetterbedingte Kopfschmerzen – was Experten sagen

Insbesondere Menschen mit Migräne oder Spannungskopfschmerzen scheinen auf das Wetter empfindlich zu reagieren. In einer groß angelegten Studie gaben elf Prozent der Migräne-Patienten sogar an, dass sie das Wetter für zwei Drittel ihrer Anfälle verantwortlich machten.1 Aber können äußere Einflüsse wie das Wetter tatsächlich Kopfschmerzen auslösen oder verstärken?

Die Wissenschaft ist sich darüber nicht ganz einig. Während die einen wetterbedingte Kopfschmerzen als Möglichkeit betrachten, bleiben andere Experten skeptisch. So seien Angaben, die Patienten rückblickend über die Ursachen ihrer Schmerzen machen, nicht unbedingt verlässlich – zum Beispiel wäre es möglich, dass die Betroffenen offensichtliche Einflüsse wie das Wetter stärker wahrnehmen als unauffälligere Trigger wie Stress, Änderungen im Tagesrhythmus oder Schwankungen im Hormonhaushalt. In der Folge könnten Kopfschmerzen also fälschlicherweise mit dem Wetter in Verbindung gebracht werden. Zudem ist es durchgeführten Studien bislang kaum gelungen, eine signifikante Verknüpfung von Kopfschmerzen und dem Wetter zu ermitteln.

Nicht von der Hand zu weisen sind allerdings die unzähligen Kopfschmerz-Geplagten, die sich sicher sind: Ihre Beschwerden beruhen auf einer individuellen Wetterfühligkeit. Wissenschaftler nennen zwei Faktoren, die diesen Zusammenhang trotz der aktuell unsicheren Studienlage tatsächlich möglich machen könnten:

  • Für Kopfschmerzen (insbesondere die Migräne) kommt eine Vielzahl an Triggern als Auslöser infrage. Im Rahmen einer Studie oder Untersuchung einen einzigen aus dieser Menge herauszufiltern, ist nur schwer machbar. Daher könnte die Wetterfühligkeit als Ursache für Kopfschmerzen bisher unerkannt geblieben sein.
  • Nicht jeder Trigger muss zwangsläufig jedes Mal einen Anfall anstoßen. Konkret heißt das: Steht ein Umwelteinfluss als Trigger im Verdacht, bedeutet das nicht, dass jeder Kontakt damit beim Patienten eine Attacke auslöst. Das macht der Forschung den Nachweis nicht leicht – zumal auch noch innere Faktoren für die Kopfschmerzen verantwortlich sein können.

Migräne oder Spannungskopfschmerzen auf eine spezielle Ursache zurückzuführen, ist daher eine echte Herausforderung. Studien mit einer immensen Zahl an Teilnehmern wären nötig, um hier den endgültigen Beweis zu erbringen.

 

So beugen Sie Kopfschmerzen bei einem Wetterumschwung vor

Sie haben das Gefühl, dass Ihre Kopfschmerzen wetterbedingt sind? Hören Sie auf Ihre innere Stimme! Viele Forscher sind der Überzeugung, dass Sie damit recht behalten. Beobachten Sie also ein gehäuftes Auftreten der Schmerzen im Zusammenhang mit dem Wetter (zum Beispiel vor Gewittern oder bei einem schnellen Anstieg der Temperaturen), können Sie folgende Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen:

  • Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise: Verzichten Sie auf schädigende Stoffe wie Alkohol und Nikotin, essen Sie abwechslungsreich und schlafen Sie ausreichend. Das tut Ihrem Körper gut und wappnet gegen negative Einflüsse von außen.
  • Gehen Sie an die frische Luft: Wer regelmäßig draußen aktiv ist – auch bei Regen oder Schnee – trainiert nicht nur die Muskeln, sondern auch die körpereigene Anpassung an unterschiedliche Temperatur- und Wetterlagen.
  • Setzen Sie auf Entspannung: Ruhen Sie in sich und gönnen Sie sich im Alltag ausreichend Pausen, verringert sich der Einfluss von Stresshormonen und Co. Das macht widerstandsfähiger – auch gegenüber der Wetterfühligkeit.
  • Gewöhnen Sie sich an Temperaturwechsel: Durch den regelmäßigen Gang in die Sauna oder die Anwendung von Wechselduschen bieten Sie Ihren Gefäßen ein wirkungsvolles Übungsprogramm. Das fördert nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Linderung von Kopfschmerzen durch Wetterfühligkeit.

Kündigt sich eine Wetterlage an, auf die Sie empfindlich reagieren, können Sie zudem rechtzeitig die passende Behandlung ergreifen. Ihr Arzt gibt Ihnen dazu wertvolle Tipps.

 


1Becker, WJ: Weather and migraine: Can so many patients be wrong? Cephalalgia 2010; 31(4): 387–390

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