Zuwendung lindert Schmerzen
Die zentrale Verarbeitung von Schmerzreizen erfolgt im Gehirn – unabhängig davon, an welcher Stelle des Körpers der Schmerz entsteht. Deshalb beeinflussen nicht nur biologische, sondern auch psychische und soziale Faktoren das Schmerzempfinden. So können zwischenmenschliche Beziehungen wie Partnerschaft, Familie oder Freundeskreis eine aktive Schmerzbewältigung fördern und dazu beitragen, die Schmerztoleranz zu erhöhen.
Positive zwischenmenschliche Erfahrungen tragen auf verschiedenen Wegen dazu bei, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität wieder zu verbessern. Hier einige Beispiele:
- Bei Körperkontakten wie einer Umarmung oder anderen positiven emotionalen Erfahrungen schüttet der Organismus vermehrt Endorphine aus. Diese Glückshormone steigern das Wohlbefinden und wirken schmerzstillend.
- Zuwendung kann Herzfrequenz und Atmung normalisieren und die Muskulatur entspannen.
- Sozialkontakte lenken die Betroffenen von ihren Schmerzen ab.
Aktiv gegen Schmerzen
Viele Menschen neigen dazu, sich bei Schmerzen zu schonen. Das ist außer bei verletzungsbedingten Schmerzen und bei Migräne keine gute Strategie. Besser ist es, dem Schmerz nicht nachzugeben, sondern aktiv mit ihm umzugehen. Auch hier können Sozialkontakte hilfreich sein, indem sie den Schmerzpatienten zum Mitmachen auffordern und motivieren.
Zuwendung zum richtigen Zeitpunkt
Während bei akuten Schmerzen die direkte Aufmerksamkeit wichtig und sinnvoll ist, sollte bei wiederholten und chronischen Schmerzen die Zuwendung besser regelmäßig und losgelöst von Schmerzgeschehen erfolgen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Patient unbewusst lernt: „Wenn ich klage, bekomme ich Zuwendung.“ Dies kann in der Folge unter Umständen das Schmerzerleben fördern und die Bereitschaft zur Aktivität lähmen.
Chronische Schmerzen verhindern
Sich ständig wiederholende Schmerzreize können die Ausbildung eines „Schmerzgedächtnisses“ unterstützen und zu chronischen Schmerzen führen. Bei akuten Schmerzen sollte daher wenn möglich die Ursache beseitigt und der Schmerz gleichzeitig rasch gelindert werden. Verträgliche Schmerzmittel wie Aspirin sind dabei wesentlicher Bestandteil der Therapie. Denn Schmerzmittel machen Bewegung oft überhaupt erst wieder möglich. Zur Schmerzlinderung tragen darüber hinaus Bewegung, Entspannung sowie kreative Tätigkeiten bei.




