Migräne

Nicht vollständig heilbar, aber kontrollierbar: Bei Migräne hilft die Vermeidung von Auslöserfaktoren und rechtzeitige Einnahme von Medikamenten.
Sie leiden an Migräne? Damit sind Sie nicht allein: Mit 10 Millionen Betroffenen gehört die Migräne in Deutschland zu den häufigsten Schmerzerkrankungen überhaupt. Sie kann in jedem Alter beginnen, am häufigsten tritt sie jedoch zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.
Leider ist Migräne bis jetzt nicht heilbar. Sie können jedoch Migräneattacken besser kontrollieren, indem Sie Ihre persönlichen Auslöserfaktoren vermeiden und rechtzeitig zum richtigen Schmerzmittel greifen.
Hier erfahren Sie, welche Symptome zu einer Migräne gehören, welche Auslöser [Ursachen] es gibt, und was Sie dagegen tun können[Behandlung].

Nicht vollständig heilbar, aber kontrollierbar: Bei Migräne hilft die Vermeidung von Auslöserfaktoren und rechtzeitige Einnahme von Medikamenten.
Ihre Kopfschmerzattacken sind einseitig, pulsierend, hämmernd oder pochend und sehr heftig? Dazu kommen häufig Übelkeit, Erbrechen sowie eine Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit? Wenn Sie Treppen steigen oder körperlich aktiv sind, verschlimmern sich die Symptome? Dann leiden Sie höchstwahrscheinlich an Migräne.
Bei etwa 10 – 15 % der Migränepatienten wird die Migräne von einer so genannten Aura begleitet, die sich langsam über 5-20 Minuten entwickelt und max. 1 Stunde anhält. Typische Aura-Symptome sind z. B. Sehstörungen, wie Schleiersehen, Lichtblitze oder flimmernde Zickzack-Linien, oder ein Kribbeln, das sich von den Fingerspitzen bis in den Kopf zieht. Auch leichte Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen können auftreten. Danach folgt die eigentliche Kopfschmerzphase mit den typischen Begleiterscheinungen.
Bei den meisten Migränikern kündigt sich die Migräne in der Regel 1–2 Tage vorher an: Sie fühlen sich reizbar oder müde, haben Konzentrationsprobleme oder Heißhunger, sind verstimmt oder unbestimmt euphorisch.
Migräneattacken können sehr unterschiedlich ausfallen: Sie dauern unbehandelt zwischen 4 und 72 Stunden und treten durchschnittlich 1–6-mal pro Monat auf, bei Frauen ca. 2 – 3-mal so häufig wie bei Männern.

Nicht vollständig heilbar, aber kontrollierbar: Bei Migräne hilft die Vermeidung von Auslöserfaktoren und rechtzeitige Einnahme von Medikamenten.
Trotz aller Fortschritte auf dem Gebiet der Migräneforschung liegt die eigentliche Ursache der Migräne noch immer im Dunkeln. Heute gehen wir davon aus, dass bei Migränepatienten eine angeborene erhöhte Bereitschaft besteht, in speziellen Situationen mit einem Migräneanfall zu reagieren.
Was bedeutet das? Aufgrund dieser erhöhten Bereitschaft wird unter bestimmten Bedingungen, wie z. B. bei einem Wetterumschwung, hormonellen Veränderungen oder Stress, im Gehirn ein regelrechtes Gewitter von Impulsen ausgelöst. Das führt zu einer Kettenreaktion: Die Hirnhaut entzündet sich kurzzeitig. Dadurch werden die so genannten Schmerzrezeptoren in der Hirnhaut so empfindlich, dass schon das einfache Pulsieren der Blutgefäße zu dem typischen Migränekopfschmerz führt. Irgendwann klingt die Entzündung von selbst wieder ab, und der Schmerz lässt nach.
Auch wenn man nicht weiß, wieso manche Menschen diese Reaktion zeigen, weiß man, dass sie durch bestimmte Auslöser, auch Triggerfaktoren genannt, in Gang gesetzt wird. Wie schon erwähnt, gehören zu den möglichen Auslösern Witterungseinflüsse, seelische und körperliche Faktoren (z. B. hormonelle Veränderungen, Diäten und Stress), bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Käse, Schokolade oder Alkohol), Veränderungen im üblichen Tagesablauf und Schlafmangel. Was das für Sie bedeutet? Wenn Sie an Migräne leiden, sollten Sie Ihre individuellen Triggerfaktoren erkennen und von da an so gut wie möglich umgehen.

Nicht vollständig heilbar, aber kontrollierbar: Bei Migräne hilft die Vermeidung von Auslöserfaktoren und rechtzeitige Einnahme von Medikamenten.
Das A und O einer erfolgreichen Migränebehandlung ist, Ihre persönlichen Migräneauslöser zu erkennen und zu vermeiden. Das ist bei manchen Faktoren (z. B. Nahrungsmittel) einfacher, bei anderen (z. B. Wetter) schwieriger. Beginnen Sie damit, diese Triggerfaktoren zu identifizieren: Führen Sie ein Migräne-Tagebuch, wie z. B. den Kieler Kopfschmerzkalender, in dem Sie die Umstände jeder Migräne-attacke vermerken und so häufig vorkommende Faktoren und Muster identifizieren können. Außerdem können Sie in die vorgefertigten Tabellen, die Zeitpunkte des Auftretens und die Symptome Ihrer Schmerzen eintragen. Dadurch haben Sie auch zu einem späteren Zeitpunkt keine Mühe, Ihr Kopfschmerzproblem einem Arzt präzise zu beschreiben, so dass dieser aus dem Ablauf der Schmerzattacken und der Art der Schmerzen wichtige Rückschlüsse für die weitere Behandlung ziehen kann.
Generell können Sie Migräneanfällen vorbeugen, indem Sie einen gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten, auch an den Wochenenden und in den Ferien, denn jede Änderung kann einen Anfall auslösen. Essen Sie aus demselben Grund möglichst regelmäßig und immer zur gleichen Zeit.
Vermeiden Sie Stress und entspannen Sie sich mit Hilfe bestimmter Techniken, wie z.B. progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Yoga. Ein regelmäßiges Sportprogramm entspannt Körper und Geist gleichermaßen; Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren eignen sich besonders.
Selbst bei konsequenter Einhaltung dieser Tipps wird es Ihnen jedoch höchstwahrscheinlich nicht gelingen, die Migräneanfälle völlig aus Ihrem Leben zu verbannen. Denn Migräne ist trotz aller Fortschritte bis heute nicht vollständig heilbar.
Wenn ungeachtet aller Vorsichtsmaßnahmen wieder eine Migräne-attacke droht, gönnen Sie sich zunächst einmal Ruhe: Ziehen Sie sich in ein dunkles, kühles Zimmer zurück, legen Sie kalte Umschläge auf die Stirn und schlafen Sie, wenn möglich. Zur medikamentösen Therapie bei leichten bis mittelschweren Attacken empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-gesellschaft die Einnahme von 1000 Milligramm Acetylsalicylsäure (enthalten z. B. in 2 Brausetabletten Aspirin Migräne), 400 Milligramm Ibuprofen, 1000 Milligramm Paracetamol oder die Einzeldosis der fixen Kombination aus 500 mg Acetylsalicylsäure + 500 mg Paracetamol + 130 mg Coffein (Stand: Juli 2004).
Dabei gilt: Nehmen Sie das Schmerzmittel so früh wie möglich ein, d. h. bereits bei den ersten Anzeichen des Migräneanfalls, bzw. spätestens, wenn der Kopfschmerz einsetzt. Achten Sie darauf, Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht öfter als 10 Tage pro Monat einzunehmen.
Bei schweren Migräneanfällen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt um Rat fragen. Er berät Sie auch gerne, welche Möglichkeiten es gibt, durch die vorbeugende Einnahme bestimmter meist verschreibungspflichtiger Medikamente, Häufigkeit und Schweregrad der Attacken zu vermindern.
