Erkältungszeit: Nasenküsse verboten
Zur Begrüßung reiben Eskimos oder die Ureinwohner Neuseelands traditionell ihre Nasen aneinander. Dieser auch „Nasenkuss" genannte Riechgruß diente ursprünglich dazu festzustellen, wen man „gut riechen" kann. Denn die Partnerwahl wird durch Botenstoffe der Nase, sogenannte Pheromone, gesteuert. Doch Achtung - das Nachmachen in der Erkältungszeit kann Folgen haben: Beim vermeintlich harmlosen Nasenkuss ist das Ansteckungsrisiko höher als bei einem Schmatzer auf den Mund. Der Grund: Die Schleimhäute von Nase und Augen sind die Haupteintrittspforten für Erkältungsviren.
Häufiger als die Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Husten, ist die die Viren-Übertragung durch Berührung. Das passiert entweder direkt, wenn zum Beispiel ein Erkälteter die Hand gibt, oder indirekt über Gegenstände wie Türklinken oder Haltegriffe, an denen Viren haften. Sind die Erreger einmal auf den Handflächen, können sie dort bis zu drei Stunden überleben und problemlos zu den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Augen gelangen, wenn man sich ins Gesicht fasst. Eine amerikanische Studie zeigt, dass sich der Mensch ca. 16 Mal pro Stunde mit den Händen im Gesicht berührt.
10 Tipps für den Kampf gegen Erkältungsviren
Die Erkältung ist weltweit die häufigste Erkrankung - würde man die in einer Erkältungssaison in Deutschland verbrauchten Taschentücher aneinander legen, könnte man damit 237 Mal die Welt umspannen. Diese zehn Tipps helfen, gut gewappnet gegen Rhino-, Adeno- und andere Erkältungsviren zu sein:
1. Das gesunde Liebesspiel
Sex stärkt bei gesunden Menschen die Immunabwehr. Wer mindestens zweimal pro Woche sexuell aktiv ist, hat eine erhöhte Anzahl von Antikörpern und weißen Blutkörperchen im Blut - diese erkennen und zerstören virusinfizierte Zellen. Die Abwehrkräfte des Körpers werden so um bis zu 30 Prozent gesteigert.
2. Ein Prosit zur Prävention
Eine aktuelle Studie belegt, was vermutlich viele gehofft haben: Alkoholfreies Weißbier beugt Erkältungen vor - zumindest bei Sportlern. Athleten, die das alkoholfreie Weizengetränk tranken, reduzierten ihr Erkältungsrisiko um ein Drittel. Der Grund: Bestimmte Inhaltsstoffe des Biers, sogenannte Polyphenole, unterstützen die Immunabwehr.
3. Singen stärkt die Abwehrkräfte
Wer singt, stärkt sein Immunsystem, das haben Forscher herausgefunden, die einen Chor untersuchten. Nicht nur die Stimmung der Sänger war nach dem Trällern besser, auch ihr Immunglobulin-A-Wert, ein Indikator für die Immunabwehr, stieg an.
4. Stress lass nach
Wer von Termin zu Termin hetzt, sich keine Ruhepausen gönnt und permanent unter Strom steht, ist anfälliger für Erkältungen, das zeigen wissenschaftliche Studien. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance fördert hingegen die Abwehrkräfte des Körpers.
5. Auf der Sonnenseite stehen
Sonne ist gut gegen Schnupfen: Durch Sonnenstrahlen bildet der Körper Vitamin D. So wird die Immunabwehr stimuliert und die Erkältungsanfälligkeit gemindert.
6. Mit Zimmerpflanzen Erkältungen vorbeugen
Yucca Palme, Ficus Benjamini und andere Pflanzen reichern trockene Luft mit Feuchtigkeit an - das ist gut für die Schleimhäute der Atemwege. Sie sind widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger, wenn sie feucht sind.
7. Frische Luft reinlassen
Regelmäßiges Lüften verringert die Zahl der Viren in der Luft. Als Faustformel gilt: In geschlossenen Räumen sollten die Fenster drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten geöffnet werden.
8. Wer rastet, der schnieft
Ein gutes Immunsystem spielt im Kampf gegen Viren eine entscheidende Rolle - um es zu stärken, empfiehlt sich regelmäßiger Ausdauersport. Eine Studie zeigt: Jogger, die etwa drei- bis fünfmal in der Woche ruhig ihre Runde drehen, reduzieren die Häufigkeit und Dauer von Atemwegsinfekten. Aber Achtung: Übermäßige Anstrengungen schwächen das Immunsystem.
9. In den Ärmel niesen
Viren können bis zu drei Stunden auf den Handflächen überleben - ein Griff ins Gesicht erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Viren auf die Nasen- und Rachenschleimhäute übertragen werden. Ein Schnupfen kann die Folge sein. Daher empfiehlt es sich auch, nicht in die Hand, sondern in den Ärmel zu niesen, um die Viren nicht über die Handflächen weiter zu geben.
10. Wasser und Seife marsch
20 bis 30 Sekunden - so lange sollte das Händewaschen dauern, damit Erkältungsviren keine Chance haben. Der Einsatz lohnt sich: Das Erkältungsrisiko wird um 45 Prozent gesenkt. Der Einsatz von Wasser und Seife ist besonders vor dem Kochen und Essen oder nach dem Nachhausekommen sowie dem Toilettengang erforderlich. Wichtig: Das Handreinigungsmittel auch zwischen den Fingern verreiben, sorgfältig abspülen und abtrocknen.