Migräne

Nicht vollständig heilbar, aber kontrollierbar: Bei Migräne hilft die Vermeidung von Auslöserfaktoren und rechtzige Einnahme von Medikamenten.

Das A und O einer erfolgreichen Migränebehandlung ist, Ihre persönlichen Migräneauslöser zu erkennen und zu vermeiden. Das ist bei manchen Faktoren (z. B. Nahrungsmittel) einfacher, bei anderen (z. B. Wetter) schwieriger. Beginnen Sie damit, diese Triggerfaktoren zu identifizieren: Führen Sie ein Migräne-Tagebuch, wie z. B. den Kieler Kopfschmerzkalender, in dem Sie die Umstände jeder Migräne-attacke vermerken und so häufig vorkommende Faktoren und Muster identifizieren können. Außerdem können Sie in die vorgefertigten Tabellen, die Zeitpunkte des Auftretens und die Symptome Ihrer Schmerzen eintragen. Dadurch haben Sie auch zu einem späteren Zeitpunkt keine Mühe, Ihr Kopfschmerzproblem einem Arzt präzise zu beschreiben, so dass dieser aus dem Ablauf der Schmerzattacken und der Art der Schmerzen wichtige Rückschlüsse für die weitere Behandlung ziehen kann.

Generell können Sie Migräneanfällen vorbeugen, indem Sie einen gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten, auch an den Wochenenden und in den Ferien, denn jede Änderung kann einen Anfall auslösen. Essen Sie aus demselben Grund möglichst regelmäßig und immer zur gleichen Zeit.

Vermeiden Sie Stress und entspannen Sie sich mit Hilfe bestimmter Techniken, wie z.B. progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Yoga. Ein regelmäßiges Sportprogramm entspannt Körper und Geist gleichermaßen; Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren eignen sich besonders.

Selbst bei konsequenter Einhaltung dieser Tipps wird es Ihnen jedoch höchstwahrscheinlich nicht gelingen, die Migräneanfälle völlig aus Ihrem Leben zu verbannen. Denn Migräne ist trotz aller Fortschritte bis heute nicht vollständig heilbar.

Wenn ungeachtet aller Vorsichtsmaßnahmen wieder eine Migräne-attacke droht, gönnen Sie sich zunächst einmal Ruhe: Ziehen Sie sich in ein dunkles, kühles Zimmer zurück, legen Sie kalte Umschläge auf die Stirn und schlafen Sie, wenn möglich. Zur medikamentösen Therapie bei leichten bis mittelschweren Attacken empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-gesellschaft die Einnahme von 1000 Milligramm Acetylsalicylsäure (enthalten z. B. in 2 Brausetabletten Aspirin Migräne), 400 Milligramm Ibuprofen, 1000 Milligramm Paracetamol oder die Einzeldosis der fixen Kombination aus 500 mg Acetylsalicylsäure + 500 mg Paracetamol + 130 mg Coffein (Stand: Juli 2004).

Dabei gilt: Nehmen Sie das Schmerzmittel so früh wie möglich ein, d. h. bereits bei den ersten Anzeichen des Migräneanfalls, bzw. spätestens, wenn der Kopfschmerz einsetzt. Achten Sie darauf, Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht öfter als 10 Tage pro Monat einzunehmen.

Bei schweren Migräneanfällen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt um Rat fragen. Er berät Sie auch gerne, welche Möglichkeiten es gibt, durch die vorbeugende Einnahme bestimmter meist verschreibungspflichtiger Medikamente, Häufigkeit und Schweregrad der Attacken zu vermindern.

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